ja-nein

Hauskauf ja oder nein? Ist Mieten doch vielleicht besser? Soll ich mich wirklich für 30 Jahre verschulden? Das sind Fragen, die einem schlaflose Nächte bereiten können. Für mich war es eine extrem schwere Entscheidung.

Bevor ich jedoch darlege, was mir bei dieser Entscheidung geholfen hat, möchte ich Ihnen ein paar allgemeine Pro und Kontra Punkte für ein Eigenheim aufzeigen. Ich habe versucht diese und noch viele weitere Faktoren bei meiner Entscheidung zu bedenken, musste jedoch feststellen, dass Sie mich eher hemmten als unterstützten. Aber dazu später, lesen Sie weiter.

Oft aufgeführte Pro Punkte für ein Eigenheim:

  • Man wohnt mietfrei.
    (Ammerkung:  Ja, stimmt. Aber so richtig kommt man erst in den Genuss, wenn das Eigenheim abbezahlt ist.)
  • Man braucht keine Angst vor einer Mieterhöhung oder einer Kündigung zu haben.
    (Ammerkung:  Es sei den, die Bank versteigert das Haus wegen Zahlungsunfähigkeit.)
  • Immobilien sind wertstabil. Der reale Wert entwickelt sich mit der Inflation.
    (Ammerkung:  In die Zukunft kann keiner schauen. Solange friedliche Zeiten herrschen, mag das zutreffen.)
  • Man kann die eigene Immobilie nach belieben umbauen.
    (Ammerkung:  Sofern Geld dafür da ist.)

Oft aufgeführte Kontra Punkte für ein Eigenheim:

  • Das eingesetzte Kapital ist fest gebunden. Andere Investitionen können nicht getätigt werden. Vor allem in den ersten Jahre ist die finanzielle Belastung hoch.
  • Die Immobilie ist fest an einen Ort gebunden. Damit ist man in seinem Bewegungsradius stark eingeschränkt (z.B. bei der Suche nach Arbeit).
  • Am Eigenheim ist immer was zu tun. Regelmäßig stehen Instandsetzungsarbeiten an, die teilweise sehr kostspielig sind.
  • Im Falle eines Verkaufs, muss man mit einem Verlust rechnen.

Diese Liste kann man noch ewig weiterführen. Aus meiner Sicht ist das allgemeines “Geschwätz”. Mir haben diese Punkte meine Entscheidung für ein Eingeheim nicht erleichtert. Je mehr Punkte ich vor Augen hatte, um so unsicherer wurde ich. Am Ende habe ich erkannt, dass so eine Entscheidung eher emotionaler als rationaler Natur ist.

Meine Entscheidung

Ich habe über zwei Jahre nach der richtigen Immobilie für meine Familie gesucht. Irgendwann war es dann soweit, dass eine Immobilie uns wirklich anlachte. Es klingt vielleicht komisch, aber es war tatsächlich so, dass sich die ganze Familie schon bei der Besichtigung dort sehr wohl fühlte.

Doch damit begangen auch die schlafflosen Nächte, denn ein Kauf war bis dahin nicht wirklich konkret geworden. Jetzt musste man sich tatsächlich mit der Frage, Kaufen ja oder nein, auseinandersetzen. Es begannen zwei schwere Wochen, in denen ich kaum ein Auge zugemacht habe und pausenlos darüber nachgedacht habe, ob wir nun kaufen sollten. Es ging ja schließlich um eine riesige Stange Geld, die einen für 30 Jahre versklavt. In den zwei Wochen haben wir noch mehrmals das Haus besichtigt und mit den Eigentümern gesprochen. Tag für Tag waren wir uns bezüglich der Zusage sicherer. Doch was waren die ausschlaggebenden Punkte, die uns zur einer Zusage bewegten? Aus meiner Sicht sind dafür bloß die folgenden zwei Faktoren relevant.

Punkt 1: Finanzierung sicherstellen

Darunter verstehe ich, dass man gründlich durchrechnet, ob man sich die Immobilie leisten kann oder nicht. Besonders wichtig ist, dass man so rechnet, dass sich der Lebensstandard nicht verschlechtert. Wenn die Kreditbelastung nämlich zu groß ist und man sich ständig einschränken muss, dann wird man auf längere Sicht nicht glücklich. Planen Sie also finanzielle Reserven für Ihre Hobbies, Urlaube usw. ein. Ebenso sollten Sie auch Rücklagen für Instandsetzungsarbeiten berücksichtigen (Höhe ist natürlich sehr objektabhängig).

Eine solche Rechnung ist nicht schwer aufzustellen. Schließlich kennen Sie Ihre aktuelle finanzielle Situation und können abschätzen wieviel Sie für eine Immobilienfinanzierung aufbringen können.

Sprechen Sie zur Absicherung mit einer Bank, ob sie Ihnen die benötigte Kredithöhe genehmigen würde.

Punkt 2: Erwartetes Lebensgefühl

Hierbei geht es um Ihr Gefühl, wenn Sie sich vorstellen, wie das Leben in der neuen Immobilie sein wird. Bei mir haben sich ganze Kopfkinos abgespielt, ohne dass ich bewusst daran gedacht habe. Mir kamen Situationen in der Sinn wie ich im Garten die Sonne genieße,  wie ich im Hobbykeller bastle, wie ich auf der Couch entspanne, wie die Kinder spielen usw. Ich konnte die Wohnatmosphäre und das neue Lebensgefühl fast schon riechen und fühlen, auch wenn sich das für Sie jetzt durchgeknallt anhören mag. Ich wusste, ich will das Haus.

Also gehen Sie in sich. Machen Sie sich über die zwei Punkte Gedanken. Wenn die Finanzierung gestemmt werden kann, ohne dass große Einschränkungen notwendig sind und Sie totalle Lust auf die Immobilie verspüren, dann sollten sie zuschlagen. Denn, ob der Wert der Immobilie stabil bleibt, ob Sie krank werden, ob Sie entlassen werden oder ob Krieg ausbricht, können Sie weder vorhersehen, noch beeinflussen. Warum sich also den Kopf darüber zerbrechen? Genießen Sie lieber die neue Lebensqualität, den ein Hauskauf ist eine Lebensstilentscheidung.

Ich habe jedenfalls nichts bereut, auch wenn die vier Wände erst in 27 Jahren tatsächlich mir gehören werden.

Wie erging es Ihnen mit Ihrer Entscheidung für das Eingenheim? Hintelassen Sie einen kurzen Kommentar, das würde mich sehr freuen.