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Es ist schön in das eigene Haus einzuziehen. Wobei “eigene” sehr oft bedeutet, dass es noch der Bank gehört. Bis zum tatsächlichen Eigentum müssen noch einige Kreditraten gezahlt werden. Doch neben den Kreditraten dürfen Sie die Kosten für die Instandsetzung des Hauses nicht außer Acht lassen.

Als Eigentümer müssen Sie für alle Reparaturen selbst aufkommen. Und es gibt auch keine anderen Parteien, wie in einem großen Wohnhaus, die sich die anfallenden Kosten für Reparaturen teilen.

Aus eigener Erfahrung weiß ist, dass schneller was kaputt geht als man denkt. Direkt nach dem Einzug ist bei mir zum Beispiel gleich das Temperaturventil für die Warmwasseraufbereitung kaputt gegangen. Der Austausch hat mich etwa 600Euro gekostet. Das war ein schönes Willkommensgeschenk.

Im darauffolgenden Winter wurde das Lichtschacht-Fenster undicht. Die Rollläden sind schon mal runtergekracht, Markisenmotor war kaputt, Waschtischarmatur usw. Auch normale Gebrauchsgegenstände wie Waschmaschine oder Kühlschrank gehen mal kaputt. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Wieviel Rücklagen sollte man bilden?

Man kann den Reparaturen bzw. Neuanschaffungen nicht ausweichen. Irgendwann kommen sie. Die einzige Möglichkeit den unschönen Überraschungen entgegen zu wirken, ist regelmäßig einen gewissen Betrag zur Seite zu legen. Die richtige Höhe ist natürlich sehr individuell. Es hängt von vielen Faktoren ab, hauptsächlich aber vom Zustand und alter des Hauses.

Rücklagen nach der Petersschen Formel

Eine fast schon wissenschaftliche Möglichkeit die Höhe der Rücklagen zu ermitteln, wird in der “Petersschen Formel” behandelt. In der Formel werden die Herstellungskosten des Hauses und Auswertungen statistischer Daten über die Instandhaltungskosten von Gebäuden berücksichtigt.

Als neuer Hauseigentümer können Sie die Herstellungskosten meistens nicht ermitteln. In diesem Fall bietet es sich an, den Kaufpreis zu verwenden und diesen auf den Quadratmeterpreis umzurechnen.

Meine Empfehlung

Ich persönlich würde es aber nicht so kompliziert machen. Ein guter Richtwert ist einfach monatlich einen Euro pro Quadratmeter (Wohnfläche) zu sparen. Bei 125qm wären das 1500€ im Jahr. Nach mehreren Jahren sollte man so ein schönes Polster angespart haben. Damit kann man immer noch nicht ganz große Renovierungen wie Dachsanierung bezahlen, aber es ist eine gute Ausgangsbasis.

Auf der Seite vom Herrn Stobel gibt es eine Übersicht mit der “Nutzungsdauer von Gebäudeteilen”. Dort können Sie nachschauen von welcher Lebensdauer man bei Dach, Bädern, Türen, Leitungen, etc. ausgehen kann. Vielleicht hilft das Ihnen die Höhe Ihrer Rücklagen besser einschätzen zu können.

Wie sollten die Rücklagen geparkt werden?

Das Wichtigste ist, dass Sie die Rücklagen nicht auf Ihrem Girokonto lassen. Denn das erleichtert das Ausgeben des Geldes. Richten Sie am besten einen Dauerauftrag an, um das Geld gleich nach Gehaltseingang wegzubuchen. Richten Sie dazu ein speziell dafür vorgesehenes Konto ein. Um die Rücklagen ein wenig vor der Inflation zu schützen, eignet sich dafür ein Tagesgeldkonto. Tagesgeldkonten sind nämlich besser verzinst als Sparbücher und Sie kommen jederzeit an Ihr Geld dran.

Sollten Sie mal eine Summe von über 10.000€ angespart haben, dann können Sie sich überlegen, ob Sie nicht einen Teil der Rücklagen in ein besser verzinstes Festgeld umschichten. Von einer risikoreicheren Anlage in Anleihen oder börsennotierten Werte würde ich Ihnen abraten. Denn die Rücklagen sind das Sicherheitnetz für Ihre Liquidität, falls am Haus was sein sollte.

Gut verzinste Tagesgeldkonten finden Sie im Internet, wobei aktuell kaum mehr als 1% Verzinsung drin ist. Für Neukunden könnte ich Ihnen das Tagesgeld von cortalconsors empfehlen. Ich bin dort seit Jahren Kunde und bin mit den Leistungen und dem Support sehr zufrieden.

Fazit

Seien Sie sich den Instandhaltungskosten bewusst. Sie sind nicht zu vernachlässigen. Bedenken Sie diese am besten bereits vor dem Kauf bzw. berücksichtigen Sie sie bei der Kreditplanung.

Bei neuwertigen Häusern hat man vielleicht ein wenig Schonfrist. Aber irgendwann stehen die Reparaturen an. Schaffen Sie sich also entsprechende Rücklagen an. Unter Umständen schützen die Rücklagen Sie vor weiteren Kreditaufnahmen, falls Sie im Fall der Fälle die Reparaturen nicht aus der Portokasse zahlen können.

Ihre Meinung interessiert mich, schreiben Sie einen kurzen Kommentar über Ihre Rücklagenstrategieen.