Notar bestimmen

Wenn Sie sich für ein Haus entschieden haben, dieses gründlich besichtigt haben und sich mit dem Verkäufer über den Kaufpreis geeinigt haben, dann wird es Zeit das Formelle anzugehen.

Nach deutschem Recht muss der Hauskauf notariell beurkundet werden. Doch wer darf den Notar bestimmen? Das ist nicht so richtig geregelt.

In der Praxis müssen sich der Käufer und Verkäufer auf einen Notar einigen. Oft ist es so, dass der Verkäufer einen Notar kennt, weil er die Immobilie bereits gekauft hat. Bei einem Kauf über einen Makler, hat dieser auch meistens einen Notar an der Hand.

Finanziell spielt es auch keine Rolle zu welchem Notar Sie gehen, denn die Notarkosten werden nach einer Gebührenordnung berechnet und sind somit bei jedem Notar gleich. Zusätzlich muss der Notar neutral handeln und darf keine der Parteien bevorzugen bzw. benachteiligen. Doch aus meiner Sicht und Erfahrung gibt es sehr gute Gründe, warum Sie als Käufer den Notar bestimmen sollten.

Darum sollten Sie als Käufer den Notar bestimmen.

Das Hauptproblem ist der Notarvertrag, denn die Inhalte des Vertrags sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt, dass jeder Notar irgendwelche vorgefertigten Verträge hat und diese am liebsten auch nicht anpassen möchte. Solange es nicht zum Streitfall kommt, spielt der Vertrag auch keine Rolle. Doch sobald Sie auf Probleme stoßen, zählt dann nur noch das Schwarze auf dem Weißen.

Außerdem legen Sie als Käufer eine Stange Geld hin, deswegen sollten Sie den Notar bestimmen. Das sollte auch der Verkäufer verstehen. Sprechen Sie mit dem Notar im Vorfeld über mögliche Vertragsänderungen. Wenn er sich in dem Punkt nicht flexibel zeigt, dann suchen Sie sich einen anderen.

Mir war es besonders wichtig, dass der Notar mir mit Rat und Tag zur Seite seht und mich nicht nur abfertigen will. Zum Glück habe ich von einem Freund ein Notarbüro empfohlen bekommen. Es war ein großes Büro, das sich eigentlich auf Firmenangelegenheiten  spezialisiert hat, aber auch ich als kleiner Häuslekäufer wurde dort sehr angenehm und geduldig beraten. Ich habe mit Sicherheit ein Dutzend Mal dort angerufen und meine Fragen und Wünsche geäußert.

Ich finde, dass es sehr wichtig ist, dass Sie sich gut bei dem Notar aufgehoben füllen. Denn gerade beim Kauf der ersten Immobilie hat man sehr viele Fragen. Und wenn ein kompetenter und zuvorkommender Notar Ihnen die Ängste ein wenig nehmen kann, dann ist das viel Wert.

Also suchen Sie sich einen “netten” Notar, auch wenn dass ein paar Tage länger dauern sollte. Sprechen Sie mit Ihren Bekannte über ihre Erfahrungen. Vielleicht können sie Ihnen einen guten Notar empfehlen oder auch abraten, das ist auch was Wert. Für das Rhein-Main-Gebiet könnte ich Ihnen meinen Notar empfehlen. Kontaktieren Sie mich bei Interesse einfach per Mail.

Alles gründlich zu hinterfragen schadet nicht.

Schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand jedoch nicht aus und hinterfragen Sie alles. Ich hatte z.B. einen ganzen DIN A4 Zettel mit Fragen zu den Formulierungen im Vertrag, was sie bedeuten und welche Folgen das eventuell für mich hat.

Zusätzlich habe ich Sachen in den Vertrag schreiben lassen, die für mich wichtig waren, auch wenn der Notar der Meinung war, dass das nicht notwendig ist.

So habe ich unter anderem folgendes im Vertrag aufnehmen lassen:

  • dass alle Baupläne (einzeln aufgezählt welche) mir im Original übergeben werden
  • dass ein Energieausweis ausgestellt wird
  • dass der Verkäufer für alle Schäden, die bis zur Schlüsselübergabe auftreten, insbesondere am Dach und an den Wasserleitungen, aufkommt.

Gehen Sie also in sich und überlegen Sie was Sie vertraglich festgehalten haben wollen. Man könnte z.B. auch reinschreiben lassen, welche Sachen ihnen zusätzlich überlassen werden, wie z.B. Einbauküche, Elektromaschinen etc.

Schreiben Sie einen kurzen Kommentar wie Ihre Erfahrungen mit Notaren waren. Haben Sie Anpassungen am Vertrag vornehmen lassen? Wurden Sie net behandelt oder einfach nur abgefertigt?