Überweisung

Wenn Sie vom Notar die Fälligkeitsmitteilung erhalten, dann sind Sie fast schon am Ziel. Sie müssen nur noch das Geld überweisen bevor Sie in Ihr Traumhaus einziehen können. Doch so einfach das auch klingt, muss man trotzdem einige Sachen beachten. Selbst im Zeitalter des Online-Bankings kann sich die Bezahlung des Hauses nämlich komplizierter gestalten als man denkt.

Sie haben sich mit dem Verkäufer auf ein Datum geeinigt, an dem er das Geld von Ihnen erhält. In der Regel steht dieser Termin auch im notariellen Kaufvertrag. Sie müssen die Zahlung rechtzeitig in die Wege leiten, damit das Geld zum gewünschten Termin beim Verkäufer ist.

Anweisung der Bank zur Kreditauszahlung

In der Regel haben Sie einen oder sogar mehrere Kredite aufgenommen, um Ihr Haus zu kaufen. Als ersten Schritt müssen Sie dafür sorgen, dass die Kredit-Bank das Geld überweißt. Das bedeutet, dass Sie schriftlich eine Auszahlung des Kredites an den Verkäufer veranlassen müssen. Ich habe dazu damals von der Kredit-Bank ein kleines Formular (kein Überweisungsträger) erhalten. Dort musste ich primär die Geldsumme, die Kontodaten des Verkäufer sowie das Datum der Ausführung angeben. Das unterschriebene Formular habe ich dann per Post an die Bank geschickt.

Bedenken Sie, dass die Postwege ein paar Tage dauern können. Und auch die Überweisung der Bank nimmt zwei Tage in Anspruch. Ich habe diesen Prozess auch telefonisch verfolgt, d.h. ich habe den Bankmitarbeiter angerufen und gefragt, ob er den Brief erhalten hat und auch am Tag der Kreditauszahlung habe ich mich telefonisch versichert, dass die Überweisung angestoßen/ausgeführt wurde.

Warum diese Vorsicht? Weil in der Bank auch nur Menschen arbeiten, die auch mal Urlaub machen oder krank werden. Nicht immer weiß die Vertretung, falls es eine gibt, was genau zu tun ist. Und falls das Geld nicht rechtzeitig beim Verkäufer ankommt, kann er die Schlüsselübergabe verweigern.

Überweisung des Eigenkapitals

Die Auszahlung des Bankkredites ist noch relativ einfach. Als zweiten Schritt müssen Sie dafür sorgen, dass Sie Ihr Eigenkapital überweisen. Je unterschiedlicher Sie ihr Eigenkapital angelegt haben, umso komplizierter gestaltet sich das Vorhaben. Was meine ich damit? Ich hatte mein Geld auf vier Tagesgeldkonten, in zwei Wertpapierdepots und auf zwei Girokonten gehabt.
Das klingt fast so, als ob ich Millionen hätte. Dem war und ist leider nicht so, aber da es damals für Neukunden überall sehr gute Habenzinsen gab, kam es bei mir zu dem Wildwuchs.

Die Herausforderung

Was war mein Plan? Ich wollte mein ganzes Geld an einer Stelle (ein Konto) haben, um von dort dann das Eigenkapital an den Verkäufer zu überweisen. Das Ganze hat widererwartend fast zwei Wochen gedauert. Falls Sie auch so etwas vorhaben, dann bedenken Sie folgendes:

  • Referenzkonten
    Bei allen mir bekannten Tagesgeldkonten ist es so, dass dort ein Referenzkonto hinterlegt ist. Das bedeutet, dass Sie Ihr Geld nicht an ein beliebiges Zielkonto überweisen können. Ein Überweisung ist nur auf das angegebene Referenzkonto möglich.
  • Überweisungslimit beim Online-Banking
    Zusätzlich zur Referenzkonto-Problematik besteht beim Online -Banking sehr oft auch ein Überweisungslimit. Das bedeutet, dass Sie pro Tag nur eine bestimmte Summe überweisen könnten. Dieses Limit liegt oft unter 10.000€ pro Tag. Sie brauchen also ein paar Tage um, z.B. 30.000€ auf ein anderes Konto zu transferieren.
  • Wertpapierverkauf
    Aktien lassen sich innerhalb von ein paar Minuten verkaufen. Bei Fonds gestaltet sich das ganze schon schwieriger. Sie sollten für den Fondsverkauf mindestens fünf Arbeitstage veranschlagen bis das Geld auf Ihrem Konto ist.

Als ich mein Eigenkapital dann auf einem meiner Girokonten hatte, habe ich bei der Bank einen Termin vereinbart. Denn auch bei meinem Girokonto hatte ich im Online-Banking ein Überweisunglimit. Bei der Terminvereinbarung habe ich bereits angesprochen, dass es um die Bezahlung des Hauskaufpreises gehen wird. Der Termin und auch die Überweisung ging glatt und zwei Tage später hatte ich die Hausübergabe.

Bezahlung über ein Notaranderkonto

Falls es beim Kauf absehbar ist, dass es beim Eigentumsübergang zu Problemen kommen könnte, dann empfielt es sich, den gesamten Kaufpreis (Kredit + Eigenkapital) nicht direkt an den Verkäufer zu überweisen. Stattdessen können Sie das Geld auf ein sogenanntes Notaranderkonto überweisen. Diese Konto wird vom Notar angelegt und treuhänderisch verwaltet. Nachteil dieses Verfahrens ist, dass dieses Konto mit zusätzlichen Gebühren verbunden ist. Hinzu kommt,dass die sehr große Geldsumme, die dort möglicherweise für längere Zeit geparkt wird, schlecht bis garnicht verzinst wird. Parallel müssen Sie eventuell bereits Kreditraten zurückzahlen.

An den Verkäufer wird das Geld vom Notaranderkonto erst dann ausgezahlt, wenn alle Bedingungen für die Kaufabwicklung erfüllt sind.

Fazit

Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über die Bezahlung des Kaufpreises. Bei der Auszahlung der Kredite müssen Sie die Banklaufzeiten berücksichtigen. Prüfen Sie den Fortschritt telefonisch.

Falls Sie wie ich ein Zoo von Konten haben, dann beginnen Sie rechtzeitig das Eigenkapital auf ein Konto zu transferieren. Vereinbaren Sie mit ihrem Bankmitarbeiter einen Termin, um Ihr Eigenkapital an den Verkäufer zu überweisen. Das ist die schnellste Möglichkeit, falls Sie ein Überweisungslimit im Online-Banking haben.

Ein Notaranderkonto würde ich in der Regel aufgrund der Gebühren nicht empfehlen.